Die Geburt

29.06.09

Zu aller erst einmal. Jede Frau kurz vor der Entbindung sollte das nicht unbedingt lesen, denn Noahs Geburt war auf keinen Fall einfach. Sie war aber auch ein Ausnahmefall!

Wir fuhren das erste Mal vormittags ins Krankenhaus und wurden gleich wieder heim geschickt. Mit zwei Tabletten, die ich nehmen sollte um schmerzfrei zu werden. Vorwehen hieß es. Nach einem warmen Bad nahm ich eine der Tabletten. Mit zweifelhaftem Erfolg, denn nun kamen die Wehen häufiger. Also wieder ins Krankenhaus. Die Hebamme meinte schon es würde wohl nicht mehr lange dauern, als sie mich in den Kreißsaal führte. Doch der Muttermund war verschlossen und das CTG zeigte hyperfrequente Wehen. Also solche Wehen, die schon zu häufig kommen, so dass mir kaum Erholungsphase blieb. Das scheint nicht allzu häufig zu passieren, denn im ersten Moment wusste niemand was zu tun sei. Ich bekam eine andere Tablette und ging in die Badewanne. Die Wehen kamen nun weniger häufig, aber dennoch stark. Trotzdem konnte ich sie im warmen Bad viel besser verarbeiten. Ich fühlte mich ihnen nicht so ausgeliefert und konnte mich trotz Wehen entspannen. Zum Schlafen kam ich wieder aus der Wanne und bekam einen Tropf mit Schmerzmittel. Mitten in der Nacht wachte ich wieder auf mit erneut hyperfrequenten Wehen. Andreas blieb die ganze Zeit bei mir! Am nächsten Tag setzte ich mich auf den Ball, ging noch einmal in die Wanne und meine Mutter kam vorbei. Die Hebamme riet mir noch einmal heim zugehen, also ging ich und legte mich zu hause wieder ins Wasser. So oft, wie in diesen Tagen war ich selten innerhalb einer Woche baden. Wieder im Krankenhaus war mein Muttermund immer noch nicht offen, was mich schon etwas verzweifeln ließ. Ich wurde in einen kleineren Kreißsaal verlegt, da es bei mir ja wohl doch noch etwas dauerte. Homöopathisch und mit Akupunktur versuchten sie die Geburt voranzutreiben. Der Schleimpfropf ging ab, der der Muttermund wollte nicht aufgehen. Meine Wehen wurden immer stärker und abends bekam ich einen Tropf um schlafen zu können. Noah ging es trotz allem scheinbar sehr gut, das CTG zeigte nichts Auffälliges. Doch jedes Mal, wenn die Hebammen nachfühlten und kopfschüttelnd meinten, dass der Muttermund immer noch zu weit hinten und zu sei verzweifelte ich mehr. Einige Male kamen mir die Tränen und meine Mutter oder Andreas, die abwechselnd bei mir waren, damit Andreas auch mal zu Uni oder sich waschen konnte, mussten mich trösten. Schließlich wurde Wehen förderndes Gel eingesetzt. Mit Erfolg. Meine Wehen wurden noch stärker, der Muttermund weigerte sich vehement. Die Oberärztin sprach schon von Kaiserschnitt, doch ich wollte noch durchhalten. Immer wieder bekam ich Infusionen, damit Noah auch genug Flüssigkeit hatte, denn aufgrund der Wehen aß und trank ich nicht viel. Am vierten Tag schließlich konnte man mich überreden eine PDA legen zu lassen, was ich jetzt sehr bedauere. Der eilig angeforderte Anästhesist stach zweimal daneben in die Vene, was mehr als höllisch schmerzte und mich vor Schmerz richtig heulen lies. Beim dritten Mal schließlich traf er, schob den Schlauch allerdings viel zu tief rein, so dass am nächsten Morgen ein anderer Anästhesist das gute Stück noch einmal ein Stück herausziehen musste. Zum Glück, den anderen Anästhesist hätte Andreas bestimmt zusammen geschrien. Beim Legen der PDA war er nämlich noch nicht da und meine Mutter stand mir bei. Das Fehlen meines Liebsten ließ mich zusätzlich zu dem Schmerz noch mehr weinen. Als Andreas kam und mein Venenblut auf dem Boden sah war er total fertig. Das zu sehen und mir nicht helfen zu können schlauchte ihn und war immer mehr zu viel für ihn. Am fünften Tag nun endlich wurde die Fruchtblase geöffnet und sogleich ging der Muttermund drei Zentimeter auf. Doch auch nach einigen Stunden stand er immer noch da. Die Dosis der PDA musste mittlerweile erhöht werden, und mein Rücken pochte noch immer von der ****** PDA. Also beschlossen Andreas und ich an diesem Punkt doch einen Kaiserschnitt machen zu lassen. Es war nicht abzusehen, dass Noah binnen 24 Stunden so auf die Welt kommen würde und meine Kraftreserven waren von den PDA-Schmerzen vollständig verbraucht worden. Ganz schnell stand ein Team bereit und ehe ich mich versah war ich im OP. Während Andreas versuchte mich abzulenken holten die Ärzte meinen Sohn auf die Welt- immerhin noch zwei Wochen vor dem errechneten Termin. Mir kam es wie eine Ewigkeit vor bis ich wieder im Kreissaal war und ihn endlich, nach fünf harten Tagen im Arm hatte. Die Hebammen machten sich noch um seine Atmung Sorgen, doch ich wusste einfach, dass jetzt alles in Ordnung war. Andreas blieb diese erste Nacht mit unserem Sohn bei uns im Krankenhaus. Natürlich bin ich etwas traurig, dass genau das eingetreten ist, was ich am wenigsten wollte, denn ein Kaiserschnitt kam für mich, genauso wie eine PDA nur im äußersten Notfall in Frage. Doch genau das ist passiert. Nach fünf Tagen Wehen hätte ich keine zwei Presswehen durchgestanden. Und wenn Noah nach dem siebten Tag auf normalem Wegen hätte kommen wollen, weiß ich nicht ob ich überhaupt eine geschafft hätte. Doch jetzt ist er ja da, mein Knubbelchen und beim nächsten Kind wird alles anders. Wenns doch wieder so hart kommt, warte ich mit der PDA einfach noch etwas:-)

 

 

 

 Counter